Es ist Juni.
Ich bin nun schon seit fast 9 Monaten in Uganda und kann es gar nicht glauben in weniger als 3 Monaten im Flugzeug nach Deutschland zu sitzen.
Uganda ist noch viel gruener als sonst, zumindest kommt es mir so vor.
Wenn ich am Wochenede vom Dorf nach Kampala fahre bin ich jedes Mal wieder begeistert von dem was an meinem Fenster vorbeizieht.
Meine Kenyareise im Mai liegt auch schon wieder einige Zeit zurueck und es hat sich natuerlich einiges getan.
Zunaechsteinmal bin ich umgezogen. Auch wenn es nur fuer knapp 4 Monate ist, hat es sich schon jetzt gelohnt.
Meine Wohnung liegt gegenueber der Schule und somit habe ich einen „Anfahrtsweg“ von 3 Sekunden, wenn ich gemuetlich laufe.
Ich habe meine Gastfamilie in Kayabwe verlassen, weil die Wohnsituation eher zu einer Belastung wurde, als zu einer Entspannung. Dass lag nicht an der Familie, sondern daran, dass seit letzem Jahr die Masakaroad neugemacht wird und Kayabwe liegt nuneinmal direkt an dieser Hauptstrasse, sodass niemand von den Tiefbohrungen der Baumaschinen verschont blieb (ganz gerne fielen auch Dinge aus dem Regal oder mein Bett hatte den Schleudergang eingeleg,t der einem kurzzeitig das Gefuehl von Erdbeben gab…). Noch dazu lag mein Zimmer 3 Meter von einer Bar entfernt, die sich die letzten Monate dem Nachtleben versprochen zu haben schien ( dass auch unter der Woche )…
Kurzum ich konnte nach einem anstrengenden Arbeitstag im Projekt nicht richtig abschalten, was sich auf die Dauer wirklich als ein Problem herausstellt.
Gluecklicherweise hat der Umzug geklappt und ich resiediere jetzt in einer gemuetlichen Wohnung mit ausreichend Platz, auch um Besucher zu empfangen.
Fuer die letzten Monate ist das nochmal eine tolle Erfahrung, zumal es meine erste eigene Wohnung ist und ich nun vollstaendig fuer alles verantwortlich bin.
Alleine wohnen macht mir auch gar nichts aus, da ich aber auch immer etwas zu tun habe und nie gelangweilt rumsitzen muss.
Die Schule hat nun schon seit mehr als einer Woche wieder begonnen und jetzt sind auch fast alle Kinder wieder aus den Ferien zurueck. Ein ganzer Schwung Neuankoemmling ist auch angekommen, sodass wir nun von 120 Schuelern auf 150 Schueler gewachsen sind.
Eine neue Lehrerin musste auch eingestellt werden und nun besteht der Staff aus 4 Lehrerinnen ( die uebrigens alle zwischen 18 und 22 sind), der Headteacherin ( also meiner Chefin) der Hausmutter ( Florence, sie ist fuer die Poridgeausgabe in der Pause verantwortlich und kocht fuer uns Lehrer ) und mir als Freiwilligen.
Momentan planen wir unseren Jahresausflug mit den Kindern, es soll nach Entebbe in den Zoo gehen und als absolutes Highlight ist eine Rundfahrt auf dem Flughafengelaende geplant.
Die Hauptproblematik ist der Transport von Nkozi nach Entebbe und zurueck, dass so grob geschaetzt 240 km waeren .
Busse mieten ist gar nicht so billig, wie ich dachte , noch dazu ist seit einiger Wochen der Benzinpreis in die Hoehe gegangen, dass schlaegt sich natuerlich auch im Preis nieder.
Seit Wochen rennt Cathy, meine Chefin, allenmoeglichen Busunternehmen, Unibussen etc hinterher und bekommt immer nur niederschmetternde Auskuenfte.
Ich selbst werde mit Hilfe des monatlichen Projektgeldes ein bisschen was beisteuern, aber dennoch muessen wir sehr eng kalkulieren. Zu einem solchen Ausflug fallen neben den Busmietkosten natuerlich noch andere Kosten, wie zum Beispiel Eintritt und Essen fuer die Kinder an. Ende der Woche wollen wir den endgueltigen finanziellen Uberblick haben, vor allem was die Eltern pro Kind zahlen muessen. Es ist naemlich wichtig, dass so frueh wie moeglich mitzuteilen, damit Zeit bleibt das Geld zu sparen und sonst wie aufzutreiben.
Noch ein paar andere Projekte sind ausserdem in Planung.
Gerade bin ich dabei ein System zu entwerfen, wie die Buecherei auch ohne mich weiterlaufen kann und die angekuendigeten Patenschaften sind auch in Arbeit.
Ein Culture-Exchange-day mit der benachbarten Primaryschool habe ich auch noch in meinem Programm vorgesehen..
Die letzen Monate heisst es also nocheinmal richtig Vollgas geben.
Gesundheitlich habe ich auch ein bisschen was abbekommen, befinde mich aber auf dem Weg der Besserung!
Da ich nun nicht mehr regelmaessig Internet habe, gestaltet es sich etwas schwieriger den Blog wirklich aktuell zu halten, denn die Zeit im Internetcafe nutze ich eher fuer Emails. Falls jemand eine Frage oder eine Aussage zu machen hat kann er oder sie mir gerne mailen : lillifee09@googlemail.com
Es ist zwar noch nicht so spaet um Gute nacht zu wuenschen, aber ich sage das so gerne : sula bulungi, in kenya sagt man lala salam, was auch schoen klingt…
Ach Eva,
ich kann nur wiederholen wie toll ich es finde, wie du da die Welt managst. Freue mich sehr wenn du wieder kommst.
Liebe Grüße
Benedikt