Von Wind ist derzeit zwar eher weniger etwas zu spueren, dafuer umso mehr von change.
Seit Montag dieser Woche hat die Schule nun wieder begonnen und ich muss sagen ich bin sehr froh darum, das Reisen und Erholen war zwar auch sehr schoen und noetig und ich habe in dieser Zeit viel gelernt, gesehen und verstanden, habe mich auch selbst fuer die naechsten Monate motiviert, doch damit sich meine ganze Motivation nicht anstaut ist es also genau richtig wieder zur Arbeit gehen zu koennen.
Auf dem Weg zur Arbeit und auch im Projekt selbst ,bin ich nun auf mich alleine gestellt, da meine Mitfreiwillige Melanie aus persoenlichen Gruenden wieder in Deutschland ist.
Auch meine Situation in der Gastfamilie ist anders, da ich seit Dezember Selbstversorger bin. Das heisst so viel wie, dass ich fuer mich selbst koche und eigentlich auch so den ganzen Haushalt schmeisse.
Drunter faellt waschen, aufraeumen, kochen, einkaufen… Ich bin sehr froh die naechsten, verbleibenden Monate diese Erfahrungen machen zu koennen.
Wenn ich zurueck an die Anfangszeit denke, haette ich mir niemals vorstellen koennen alleine zu leben (also ohne deutschen sozialen Kontakt in meinem unmittelbaren Umfeld).
Doch wirklich alleine bin ich eigentlich nie, zum einen, weil ich in bei der Familie wohne und die Kinder immer um mich habe, zum anderen weil es im Projekt gerade echt gut laeuft, auch kommunikationstechnisch und zwischenmenschlich . Aber auch durch die vielen Freiwilligen , die ich in den vergangenen Monaten habe kennenlernen duerfen, habe ich mir inzwischen ein wunderbares soziales Netzwerk aufgebaut.
Nachdem ich eigentlich eher unmotiviert auf das Zwischenseminar gefahren bin, muss ich sagen war ich positiv ueberrascht. Da ich, von mir selbst behaupte eine sehr selbstreflektierte Person zu sein und ich mir schon dachte, dass das Thema Reflektion ein sehr wichtiges Thema auf dem Seminar sein wuerde, war mein Verlangen nach Reflektion nicht gerade gross.
Durch ein fast 3 stuendiges persoenliches Gespraech mit einer der Teamerinnen habe ich dann doch gemerkt wie wichtig es noch einmal fuer mich war, die vergangenen Monate aufzutrudeln und zu beleuchten, ebenso aber auch sich mit der aktuellen Situation und der Zukunft auseinaderzusetzen.
Auf dem Seminar fand natuerlich auch ein reger Austausch unter den Freiwilligen statt, mit dem Ergebnis, dass wir einige gemeinsame Projekte geplant haben.
Doch nicht nur gemeinsame Projekte stehen an, vor allem Projekte innerhalb meines Projektes gilt es fuer mich nun zu planen, strukturieren und umzusetzen, was eine wahre Herausforderung fuer mich sein wird. Zunaechst werde ich die Buecherei in Angriff nehmen, paralle dazu lasse ich dann auch die Patenschaften laufen, die ich fuer Kinder meiner Schule organisieren will.
Ausserdem sind first aid Projekttage fuer die Lehrer, mit dem ugnadischen roten Kreuz geplant.
Die Einverstaendnis zu den *interculture exchange days* in der benachbarten Primaryschool habe ich heute auch vom Headmaster erhalten.
Langsam aber sicher kommen die Dinge nun ins Rollen.
Ausserhalb meines Projektes habe ich mir ein weiteres Projekt gesucht. Ich nenne es mal Muellprojekt.
Muell ist eines der grossen Probleme hier in Uganda. Es gibt kein Entsorgungssystem wie bei uns in Deutschland. Auch Muelltrennung ist fremd fuer die meisten.
Der Umgang mit Muell ist groesstenteils nicht verantwortungsbewusst. Mit dem Einhalt des Plastiks ist die Muellproblematik immer drastischer geworden.
Plastikflaschen, Verpackungen etc werden waehrend der Autofahrt einfach aus dem Fenster geworfen.
Was passiert mit dem ganzen Muell?
Die Menschen trennen teilweise ihren Biomuell vom Plastik/Papiermuell, was schon einmal eine gute Sache ist. Der Biomuell wird an die Tiere verfuettert, der Plastik/Papiermuell wird verbrannt, bei mir beispielsweise direkt hinter dem Haus…
Doch der meiste Muell landet auf der Strasse, verrottet vor sich hin und gelangt nach einiger Zeit in den Boden, auf dem wiederum Nahrungsmittel angepflanzt werden, zu guter Letzt gelangt er dann ins Grundwasser, womit der Teufelskreis komplett waere.
Als ich ueber Weihnachten und Silvester in Bushenyi war, der Hauptstadt des gleichnamigen Disrtricts( im Westen Ugandas) ist mir aufgefallen, dass die Strassen dort viel sauberer aussehen. Nachdem mir dann Paul erklaert hat, dass es in Busehnyi verschiedene Container gibt die zwischen Bio – und Plastikmuell unterscheiden und das diese auch von der Bevoelkerung genutzt werden, kam mir die Idee, meinem Ort Kayabwe einen solchen Container zu spenden.
Da die Kosten fuer einen solchen Container meine finanziellen Mittel sprengen habe ich vor Spenden dafuer zu sammeln.
Im laufe diesen Monats werde ich mich auf den Weg in die Verwaltung meines Districts, Mpigi machen und alles Notwendige in Erfahrung bringen( was dann auch in kuerze auf meinem Blog zu lesen sein wird).
Doch mit einem Container ist die Muellproblematik noch lange nicht beseitigt, ein Bewusstsein fuer die Natur und den eigenen Lebensraum kann man nicht eben auf Knopfdruck herbeizaubern.
Dafuer benoetigt es viel Aufklaerungsarbeit und Zeit.
Da meine Familie sehr angesehen in ihrer Born-Again Gemeinde ist, werde ich das nutzen und Sonntags kurz vor oder nach der Kirche ein paar Worte an die Gemeinde richten.
Wie erfolgreich das ganze dann ausgehen wird, kann ich nicht sagen, aber es ist immerhin ein Schritt nach vorne, auch wenn er nur in einem kleinen Rahmen gemacht wird.
Zu guter Letzt noch ein paar Worte ueber das Wetter.
Da ich von Deutschland staendig zu hoeren bekomme wie kalt es doch sei, kann ich hier nur von dem absoluten Gegenteil jammern.
Die Trockenzeit hat nun begonnen und es ist einfach nur heiss. Ohne sich zu bewegen hat man das Gefuehl zu zerlaufen…
Nachts wird es nicht besser, es ist durchgehend heiss.
Da lobte ich mir doch die Regenzeit, mit der konnte sich mein Muzunguorganismus noch arrangieren, fuer diese Hitze ist mein Koerper einfach nicht ausgestattet, aber wie mir heute gesagt wurde dauert die Trockenzeit auch nur 2 Monate…na dann.
hallo eva
ich bewundere dich es ist gans toll was du da machst und versuchst zu bewegen weiter so
deine oma
Hi Eva, na hier ist es auch recht kuschelig. Ich seh schon, du hast ja schon allerhand erlebt. Wenn es dir zu heiß wird, kannst du auch gerne mal in Mosambik vorbei kommen. Bei mir es in den nächsten Monaten kühler, auch wenn es dann hier trockener wird. Ansonsten alles klar bei dir? Gruß. Lars
Liebe Eva,
es ist schön mal wieder was von dir zu hören bzw. zu lesen!
Ich kann wirklich nur staunen und dich bewundern! Ich finde es wirklich klasse, was du mit der Müllsache vor hast!
Ich denke oft an dich und wünsche dir noch viel Kraft für deine Zeit in Uganda!
Viele Grüße auch von meinen Eltern!!^^
Liebe Grüße
Benedikt